Was der Rechner sichtbar macht
Der Energiepilot beantwortet nicht nur, wie viel Energie erzeugt wird. Er zeigt vor allem, wie viel Stromzukauf tatsächlich vermieden wird, wann Energie verfügbar ist und ob Kleinwind im Zusammenspiel mit PV und Batterie einen echten Zusatznutzen schafft.
Das Grundmodell
Die Simulation berechnet drei klar getrennte Szenarien: reiner Netzbezug, ein Basissystem aus PV und Batterie sowie dasselbe System mit zusätzlicher Kleinwindkraft. Für jede synthetische Modellstunde werden Verbrauch, PV-Erzeugung, Wind-Erzeugung, Direktverbrauch, Batterieflüsse, Netzbezug und Überschuss berechnet.
- nur Netzbezug
- keine Eigenerzeugung
- Basis für Gesamtkosten
- PV-Anlage
- Batteriespeicher
- kein Kleinwind
- gleiche PV-Anlage
- gleicher Batteriespeicher
- zusätzliche Kleinwindkraft
Welche Eingaben verwendet werden
Die Eingaben beschreiben Verbrauch, Erzeugung, Speicher und Kosten. Wenn keine Werte vorhanden sind, nutzt der Rechner Startwerte, damit sofort ein Ergebnis sichtbar wird.
Verbrauch
Betriebsstrom, Heizung oder Prozesswärme und E-Mobilität werden zu einem jährlichen Gesamtverbrauch addiert.
PV-Anlage
Der PV-Ertrag ergibt sich aus installierter Leistung in kWp und spezifischem Jahresertrag.
Kleinwind
Der orientierende Wind-Ertrag ergibt sich aus Nennleistung, gewähltem Jahresertrag, Anströmung und einer vereinfachten Masthöhenkorrektur. Er ersetzt keine Leistungskurve oder Standortmessung.
Batterie & Kosten
Speichergröße, Wirkungsgrad, Ladeleistung sowie Strompreis und Netzkosten beeinflussen die Bewertung.
Die wichtigsten Kennzahlen
Kleinwind ist dann wertvoll, wenn er Netzbezug ersetzt – nicht wenn er nur zusätzliche Überschüsse erzeugt.
Wie die Batterie berücksichtigt wird
Die Batterie hat einen Ladezustand, eine Mindestreserve, Lade- und Entladeverluste sowie eine begrenzte Lade- und Entladeleistung. Sie wird nicht als unbegrenzt verfügbarer Speicher behandelt.
Warum der Rechner eine Wind-Bandbreite zeigt
Das Hauptergebnis verwendet die gewählte mittlere Wind-Ertragsannahme. Zusätzlich werden ein konservatives Szenario mit 25 % weniger und ein optimistisches Szenario mit 25 % mehr Windenergie berechnet. Diese Sensitivität zeigt, wie stark das Ergebnis von der Windannahme abhängt; sie ist keine garantierte Prognosespanne.
Kleinwind als zusätzlicher Autarkiebaustein
Die zentrale Auswertung vergleicht PV + Batterie mit exakt demselben System plus Kleinwind. Ausgewiesen werden der zusätzliche Autarkiezuwachs, der vermiedene Netzbezug sowie die Wirkung in Winter- und Nachtstunden.
Kleinwind wird damit bewusst in den Vordergrund gestellt, ohne die Wirkung von PV oder Speicher dem Wind zuzurechnen. Entscheidend ist, wie weit Wind den mit PV und Batterie erreichbaren Eigenversorgungsgrad tatsächlich erweitert.
Was die Diagramme bedeuten
Netzbezug über das Jahr
Zeigt monatlich, wie viel Verbrauch selbst gedeckt wird und wo Netzstrom nötig bleibt.
Erzeugung vs. Nutzung
Vergleicht erzeugte Energie mit tatsächlich genutzter Energie und macht Überschüsse sichtbar.
Jahreszeiten-Effekt
Vergleicht Autarkie in Winter, Frühling, Sommer und Herbst.
Wann hilft Wind?
Zeigt den monatlich vermiedenen Netzbezug durch Kleinwind in kWh. Dadurch werden Monate mit unterschiedlich hohem Verbrauch nicht über Prozentwerte verzerrt.
System-Balance
Zeigt Direktdeckung, Batterie, Netzbezug und Überschuss.
Simulierte Eigenversorgung nach Zeit
Bewertet Modellstunden ohne Netzbezug sowie Nacht- und Winterdeckung. Daraus folgt keine Zusage für Insel- oder Ersatzstrombetrieb.
Grenzen des Modells
Der Rechner ist ein vereinfachtes, synthetisches Stundenmodell. Er ersetzt keine standortgenaue Windmessung, keine Turbinen-Leistungskurve, keine detaillierte PV-Simulation, keine reale Lastganganalyse und keine vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Enthalten sind eingegebene Investitionskosten, variable Strom- und Netzkosten sowie Einspeisevergütung. Nicht enthalten sind insbesondere Wartung, Finanzierung, Degradation, Ersatzinvestitionen, Förderung, Steuern, fixe Netzentgelte sowie detaillierte Netzanschluss-, Schall- oder Genehmigungsfragen.
Der Standortindikator ist eine vereinfachte Plausibilitätskennzahl und kein messtechnischer Standortnachweis. Die Speicher-Energiereserve berücksichtigt keine Umschalteinrichtung, Inselbetriebsfähigkeit oder tatsächliche Leistung kritischer Verbraucher.
Der Rechner stellt Kleinwind bewusst in den Vordergrund, bewertet den Zusatznutzen aber ausschließlich gegenüber demselben PV-Speicher-System ohne Wind.
Empfohlene nächste Schritte
Für eine belastbarere Bewertung sollten reale Lastgangdaten, lokale Winddaten oder Messungen, die Leistungskurve der konkreten Turbine, Hindernisse und Turbulenz sowie Angebote, Wartung und Förderungen ergänzt werden.